Erfolgreiche Niedersächsische Landeskonferenz zu Katastrophenvorsorge in Pflege und Bevölkerung

30.01.2026

Oldenburg, 28. Januar 2026. Wie gut sind Bevölkerung und Pflege auf Krisen- und Katastrophenlagen vorbereitet? Diese Frage stand im Zentrum der Fachtagung „Gut vorbereitet? Bevölkerung und Pflege im Katastrophenfall“, die mit ca. 120 Teilnehmenden ausgebucht war. Die Veranstaltung führte Fachvertreter:innen aus unterschiedlichen Bereichen wie Pflege, Katastrophenschutz, Hilfsorganisationen und Behörden zu einem intensiven und interdisziplinären Austausch zusammenundwurde im Rahmen des Projekts LifeGRID durchgeführt.

Im Fokus standen die vielfältigen Herausforderungen, die Extremereignisse wie Hochwasser, Starkregen oder langanhaltende Stromausfälle für die Bevölkerung insgesamt, insbesondere jedoch für pflegebedürftige und andere vulnerable Gruppen mit sich bringen. Bereits im Verlauf des Vormittags wurde deutlich, dass Vulnerabilität nicht als festes Merkmal einzelner Personengruppen verstanden werden darf. Besonders problematisch ist die pauschale Zuschreibung von Vulnerabilität, durch die Menschen ausschließlich als Opfer wahrgenommen werden. Die Vorträge und Diskussionen machten vielmehr klar: Jede Person kann in bestimmten Situationen vulnerabel sein.

Zugleich wurde herausgestellt, dass ein inklusiver Katastrophenschutz keine einfachen oder universellen Lösungen kennt. Vielmehr bedarf es kontinuierlicher Aushandlungsprozesse zwischen allen beteiligten Akteur:innen sowie der aktiven Einbindung unterschiedlicher Personengruppen. In theorie- und praxisbezogenen Beiträgen wurde in diesem Zusammenhang auch das Thema Resilienz aufgegriffen. Die Teilnehmenden erhielten Gelegenheit, erste Ergebnisse aus der LifeGRID-Forschung kennenzulernen und Einblicke darin zu erhalten, wie sich eine Pflegeeinrichtung aus dem Projekt gezielt auf Krisenfälle vorbereitet.

In der Podiumsdiskussion wurde der Resilienzbegriff weiter vertieft und erörtert, welche Voraussetzungen Kommunen, Einrichtungen und die Bevölkerung benötigen, um Krisen wirksam begegnen zu können. Das Podium war sich einig, dass – neben einer ausreichenden Finanzierung – insbesondere Vorsorge, Sensibilisierung und regelmäßiges Üben zu den zentralen Grundlagen einer funktionierenden Katastrophenvorsorge zählen.

Am Nachmittag boten thematische Fachforen Raum für vertiefenden Austausch und praxisnahe Diskussionen. Thematisiert wurden die Vorbereitung auf Hochwasser- und Stromausfallszenarien im Projekt LifeGRID, kommunale Strategien der Krisenvorsorge sowie die Bedeutung von Nachbarschaftshilfe und unterstützenden Netzwerken im Katastrophenfall. Die Teilnehmenden brachten sich im intensiven Austausch aktiv ein.

Insgesamt machte die Tagung deutlich, dass Bevölkerungsschutz und Pflege im Katastrophenfall nur im Zusammenspiel vielfältiger Akteur:innen wirksam gestaltet werden können. Kooperation, klare Zuständigkeiten und frühzeitige Vorbereitung durch regelmäßiges Üben wurden als zentrale Erfolgsfaktoren benannt. Katastrophenvorsorge und -bewältigung müssen zudem integraler Bestandteil der Aus- und Weiterbildung sein. In diesem Zusammenhang wurde das Leitmotiv „Every Nurse is a Disaster Nurse“ als prägnanter Ausdruck der notwendigen Verantwortung und Handlungskompetenz aller Pflegefachpersonen hervorgehoben.

Die Veranstaltung setzte wichtige Impulse für die Weiterentwicklung von Vorsorge- und Versorgungskonzepten auf kommunaler und regionaler Ebene und bot erfolgreich eine Plattform zu Vernetzung und Austausch. Wir danken allen Teilnehmenden, Referierenden und Unterstützenden herzlich für den offenen Austausch, die wertvollen Impulse und das gemeinsame Engagement.

Bereits jetzt sei auf die Bundeskonferenz verwiesen, auf der das Projekt LifeGRID und seine innovativen Lösungen und Ergebnisse über die Landesebene hinaus bundesweit verbreitet werden sollen. Diese ist für das Frühjahr 2027 geplant.

 

Foto: LVG & AFS

Foto: LVG & AFS

Foto: LVG & AFS

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