Vorsorge für den Katastrophenfall wird spielerisch vermittelt
15.06.2026Landkreis und LzO-Stiftung übergeben Anhänger für den „Lernort Bevölkerungsschutz“
Wesermarsch. Schon Kinder und Jugendliche sollen im Landkreis Wesermarsch frühzeitig lernen, wie sie sich in Gefahrensituationen richtig verhalten und warum Katastrophenvorsorge alle etwas angeht. Genau dafür haben Landrat Stephan Siefken, Kreisrätin Maren Würger und LzO-Stiftungsratsmitglied Jan Kurka jetzt am Kreishaus in Brake einen neuen Anhänger offiziell übergeben. Dieser wird künftig in der Ausbildung und bei Veranstaltungen als mobiler „Lernort Bevölkerungsschutz“ im gesamten Kreisgebiet eingesetzt. Stellvertretend für die Hilfs- und Rettungsorganisationen im Landkreis nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Kreisfeuerwehr, der Johanniter Unfallhilfe, der DLRG und des Technische Hilfswerks die Anschaffung freudestrahlend in Empfang.
Der vier Meter lange Anhänger ist mit verschiedenen altersgruppenspezifischen Übungsmaterialien ausgestattet, die übersichtlich in einem Regalsystem untergebracht sind. Dazu zählen unter anderem ein Rauchdemohaus, ein Real-Brand-Trainer, ein Mini-Deich-Spiel, ein Notrufsimulator, Material für Experimente, Erste-Hilfe-Ausstattung sowie Informationsmaterialien. So können Themen wie Brandschutz, Hochwasserschutz, Notruf, Erste Hilfe und Selbstschutz anschaulich, spielerisch und praxisnah vermittelt werden. Finanziert wurde das Projekt „Lernort Bevölkerungsschutz“ mit Unterstützung aus Mitteln der Kreisentwicklung sowie der LzO-Regionalstiftung. Die Kosten für die Beschaffung und Ausstattung belaufen sich auf insgesamt rund 27.000 Euro.
„Bevölkerungsschutz beginnt nicht erst im Ernstfall. Er beginnt dort, wo Menschen verstehen, was sie selbst tun können – und zwar am besten so früh wie möglich“, erläuterte Landrat Stephan Siefken bei der offiziellen Übergabe. LzO-Stiftungsratsmitglied Jan Kurka ergänzte: „Mit dem neuen Anhänger bringen wir Wissen, Übung und Begeisterung direkt dorthin, wo Kinder und Jugendliche sind: in Schulen, Jugendgruppen, Aktionstage und die Nachwuchsarbeit der Hilfsorganisationen. Die erforderlichen Mittel sind im wahrsten Sinne des Wortes sinnvoll investiert.“
Ziel des Projekts „Lernort Bevölkerungsschutz“ ist es, Kinder und Jugendliche frühzeitig und altersgerecht für Fragen der Katastrophenvorsorge zu sensibilisieren. Sie sollen lernen, Gefahrensituationen besser einzuschätzen, angemessen zu reagieren und einfache Möglichkeiten der Selbsthilfe kennenzulernen. „Idealerweise nehmen sie ihr Wissen mit nach Hause und berichten Eltern, Geschwistern, Verwandten und Bekannten davon. Dieses Thema darf sich gern herumsprechen“, sagt Dieter Meyer, Mitglied im Regionalvorstand der Johanniter Unfallhilfe.
Der mobile Lernort soll außerdem die Nachwuchsgewinnung und Bildungsarbeit der Hilfsorganisationen im Landkreis nachhaltig unterstützen. Der Anhänger steht künftig sowohl den Hilfsorganisationen als auch der Unteren Katastrophenschutzbehörde kostenfrei zur Verfügung. Eingesetzt werden kann er beispielsweise bei Aktionstagen an Schulen, in der Kinder- und Jugendarbeit, bei Ausbildungsformaten oder im Rahmen von Veranstaltungen zur Sensibilisierung der Bevölkerung. Ein Angebot, das beispielsweise auch die Verantwortlichen des Technischen Hilfswerks gern annehmen werden. „Wir durften den Lernort-Anhänger schon während der Interschutz-Messe in Hannover kennlernen, da wir den Landkreis bei der Betreuung des Ausstellungstandes unterstützt haben, und wir sind begeistert von dem Konzept“, sagt der THW-Ausbildungsbeauftragte Christian Beck. Und die Jugendbeauftragte Vivian Pargmann ergänzt: „Kindern auf diese Art und Weise Bevölkerungsschutz nahezubringen, kann ein Vorzeigeprojekt werden, welches weit über die Landkreisgrenzen hinausgeht. Wir sind stolz darauf, dass wir mit dem Mini-Deichspiel auch etwas dazu beitragen konnten. Dieses wurde nämlich von unseren Bundesfreiwilligendienstleistenden in der THW Regionalstelle Oldenburg gebaut.“
Und auch Vertreter der Kreisfeuerwehr und der DLRG haben konkrete Vorstellungen für die künftige Verwendung. „Früh lernen heißt im Ernstfall richtig handeln – Bevölkerungsschutz beginnt mit Wissen“, sagt Kreisbrandmeister Ralf Hoyer. Deshalb werde das Equipment in die Ausbildungsarbeit der Kinder- und Jugendfeuerwehren mit eingebunden. Genau so sieht das der Vertreter der DLRG Mika Töwe, der ergänzt: „Wir hoffen, die jungen Menschen zu erreichen, damit diese die Informationen in die Familien tragen.“
Organisatorische Aufgaben wie der Verleih und die Instandhaltung des Anhängers liegen in der Zuständigkeit des Referats für Brand- und Bevölkerungsschutz. Damit soll sichergestellt werden, dass der mobile „Lernort Bevölkerungsschutz“ allen Hilfsorganisationen gleichermaßen zur Verfügung steht und dauerhaft einsatzbereit bleibt. Anfragen und Reservierungen sind am besten per E-Mail an katastrophenschutz@wesermarsch.de möglich.
Der erste Einsatz des Anhängers steht übrigens unmittelbar bevor: Am 27. Juni wird er im Rahmen des Hochwasserschutztages der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Hochwasserschutztag dreht sich um die Eigenvorsorge im Katastrophenfall und findet mit Aktionen, Vorträgen und einem Rahmenprogramm von 10 bis 17 Uhr an der Kaje und auf dem Gelände des OOWV an der Georgstraße 4 statt. Weitere Infos hierzu sind auf www.lifegrid.de zu finden.

Bildunterschrift Foto 1 (v. l.): Kreisrätin Maren Würger und Landrat Stephan Siefken nehmen einen symbolischen Scheck von LzO-Stiftungsratsmitglied Jan Kurka entgegen. Ziel des Projekts, das zudem mit Kreisentwicklungsmitteln ermöglicht wurde: Kinder und Jugendliche sollen spielerisch mit der Vorsorge für den Katastrophenfall vertraut gemacht werden.

Bildunterschrift Foto 2: Die richtige Verwendung von Feuerlöschern ist ein Thema, das Kindern und Jugendlichen beim mobilen „Lernort Bevölkerungsschutz“ vermittelt wird.

Bildunterschrift Foto 3 (v. l.): Kreisrätin Maren Würger und Landrat Stephan Siefken nehmen einen symbolischen Scheck von LzO-Stiftungsratsmitglied Jan Kurka entgegen. Ziel des Projekts, das zudem mit Kreisentwicklungsmitteln ermöglicht wurde: Kinder und Jugendliche sollen spielerisch mit der Vorsorge für den Katastrophenfall vertraut gemacht werden.